Willkommen

Bei den Leisen Tönen. Manchmal braucht es einen Blog, um sich Luft zum Denken zu verschaffen. Keine Steckenpferde, Hobbies oder sonstiges Spezielles, nur Luft zum Denken.

Kontakt

shhhhtwoday(at)googlemail.com

Aktuelle Beiträge

Ich bitte Ihnen, weil...
Ich bitte Ihnen, weil ohne Du kann ich nicht bin.
Lo - 2. Dez, 18:49
Solche Vertraulichkeiten...
Solche Vertraulichkeiten verbitte ich Ihnen!
Shhhhh - 1. Dez, 14:57
Da haben Sie recht -...
Da haben Sie recht - gut, dass Dir das aufgefallen...
Lo - 1. Dez, 12:33
Wobei gewisse sprachliche...
Wobei gewisse sprachliche Inkonsistenzen zwischen "für...
NeonWilderness - 1. Dez, 12:16
Wenn's mal nicht klappt...
Shhhhh - 1. Dez, 11:32

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Den Ball gespielt

Freitag, 20. Januar 2017

Bitte bis zum Ende lesen!

Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber immer, wenn ich diesen Hinweis in einer Überschrift entdecke, schaltet sich in mir irgendetwas ab und ich lese den Artikel garantiert nicht zu Ende. Vielleicht sollte dieser Hinweis dahingehend geändert werden, dass er mich auffordert, auf keinen Fall bis zum Ende zu lesen, aber ich fürchte, auch das hätte nicht den gewünschten Effekt.

Auf den Hinweis komplett zu verzichten, scheint mir die eleganteste Lösung zu sein, auch wenn sie den gewünschten Text bei Dingen, die mich nicht interessieren, deshalb nicht bis zu Ende lesen lassen. Das kann mitunter ärgerlich sein, aber für mich hat sich das bisher bewährt. Ich habe im Nachhinein noch nicht festgestellt, dass mir aufgrund meiner Lesegewohnheiten etwas durch die Lappen ging, was ich eigentlich unbedingt hätte wissen müssen.

Vielleicht sollten Leute, die solche Hinweise schreiben, mit dem Ende beginnen und eine Zwischenüberschrift anbringen, so wie z.B.:

"Glückwunsch, Sie haben das Ende gelesen, jetzt sagen wir Ihnen noch, wie es dazu kam!"

:.B.z eiw os ,negnirbna tfirhcsrebünehcsiwZ enie dnu nennigeb endE med tim ,nebiebrhcs esiewniH ehcslos eid , etueL netllos thcielleiV

.wsU

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Kurze Empfehlung

Versuchen Sie in den kommenden Tagen das Haus mit einem Lächeln zu verlassen. Frieren Ihnen dann im Laufe Ihres Arbeitsweges die Gesichtsmuskeln ein, können Sie auf der Arbeit ankommend mit einem positiven Erscheinungsbild punkten.

Sonntag, 30. Oktober 2016

Tatort Bremen

Dass ich noch einmal über einen Bremer Tatort sagen würde, dass er mir gut gefallen hat, hätte ich nicht gedacht. Hat er aber. Mir gut gefallen. Darf ich dann auch nicht unterschlagen, sowas. Die Stereotypen waren schrecklich anzuschauen, aber gut, geschenkt.

Den Anfang hatte ich verpasst, also die ersten 15 Minuten und es dauerte ein wenig, bis ich dann wirklich fest im Sattel saß und jeden kleinen Faden, der darin versponnen wurde, zum Mördergarn machen konnte, aber das hat sich gelohnt. Weil mir der Anfang fehlt, weiß ich natürlich nun nicht, ob nicht vielleicht schon zu Anfang klar war, wer hier wen umgebracht hat. Wichtig finde ich das allerdings auch nicht. Zum Ende hin wurde der Tatort ein wenig flach und als ich die Vorlagen im Kopf sortiert hatte, war mir des Rätsels Lösung - oder besser, meine Wunschlösung, die sich nachher auch als Filmlösung entpuppte - schon klar, aber darüber seit längerem mal wieder nachzudenken hat ja auch was für sich. Das muss so ein Tatort erstmal hinbekommen.

Worüber ich nachdenken musste, waren zwei Dinge. Ein Roman aus dem Jahr 1940 von Adolfo Bioy Casares namens "Morels Erfindung" und natürlich, darauf sind wahrscheinlich auch viele andere Zuschauer gekommen, über den "Rasenmähermann". Beides gut verrührt ergab diesen ziemlich guten Tatort.

Und über noch etwas musste ich nachdenken, das passte dann aber nur noch halb zu der Geschichte und könnte höchstens erklären, warum dieses kleine Mädchen so gar nicht wie ein kleines Mädchen wirken sollte: Neal Stephensons "Diamond Age". Aber nein, diese drei Dinge kann kein Drehbuchautor zusammenbringen. Das war Zufall, ein Glücksfall.

Samstag, 15. Oktober 2016

Frage: Was ist ein Schnappschuss im Kopf?

Trithemius merkte letztens an, ihm sei passiert, was ihm selten passiert, nämlich mit der gleichen Begrüßungsformel zu grüßen, wie er zuvor gegrüßt wurde. Hier können Sie das nachlesen. Eigentlich ist er gar nicht gegrüßt worden, sondern wurde verabschiedet, was aber auch irgendwie ein Gruß ist – ein Abschiedsgruß. Jedenfalls grüßte er zurück mit der hierzulande eher unüblichen Grußformel „Ciao“. Na klar, in einem italienisch geführten Suppenladen geht einem das „Ciao“ schon mal vom Mund.

Mir geht das ja auch vom Mund, so ein Gruß. Ich sage fast immer den gleichen Gruß meines Grüßers, wenn ich ihn nicht schnell genug erkannt habe, wenn ich ihn unvermutet treffe oder wenn ich gegrüßt werde und die Person gar nicht kenne. In Treppenhäusern zum Beispiel trifft man oft auf Personen, die grüßen oder gegrüßt werden wollen, und mindestens genauso oft kommt es vor, dass dann die gleiche Grußformel benutzt wird; von beiden Grüßern.

Dafür gibt es bestimmt eine Erklärung. Trithemius ging es darum aber gar nicht. Ich war abgelenkt, weil ich, während ich noch in seinem Text las, an dem Bild seines Beitrags hängen blieb und ich außerdem noch in Gedanken war, ob dieses Grußphänomens. Die Bildüberschrift, die hier allerdings darunter stand, also eigentlich eine Bildunterschrift ist, lautet: „Ich habe ein Buch darüber“ Schnappschuss: JvdL. Ich hatte sofort die Assoziation, dass auf dem „Schnappschuss“ ein Buch zu sehen sei, darin stehen müsse, warum das so ist, also das mit dem Grüßen und der wortwörtlichen Grußwiederholung. Ich unterbrach die Lektüre und vergrößerte das Bild, weil ich den Titel nicht lesen konnte. Das Bild war einfach zu verschwommen. Vergrößert stellte ich fest, das war gar kein Buch, es ging überhaupt gar nicht um das Buch zum Gruß, sondern um die dicke Frau im Schaufenster. Jetzt kam ich mir richtig verschaukelt vor.

Trithemius driftete plötzlich ins Esoterische ab und ließ seinen verbalen Ausrutscher gekonnt unter dem Teppich verschwinden, indem er dem Buch keinen Glaubwürdigkeitsverlust bei esoterisch veranlagten Menschen unterstellte. Ungeheuerlich! Da entfleucht ihm ein „Ciao“ auf ein „Ciao“, ein äußerst bemerkenswerter Umstand, und anstatt sich diesem Phänomen zu widmen, schreibt er plötzlich über eine Frau, die ein Buch hat von Robert Betz. Sogar der Umstand, dass das Buch „Raus aus den alten Schuhen“ heißt, ist interessanter als die Frau. Warum heißt das Buch nicht „Raus aus den alten Hüten“? Denn es heißt doch: das ist ein alter Hut, und nicht: ein alter Schuh.

Genau gegenüber des Suppenladens, in dem Trithemius immer isst, gibt es einen Hutladen. Man kann das Geschäft nicht sehen, weil dazwischen ein Parkplatz liegt, der gut frequentiert ist und noch dazu ein überdimensioniertes Toilettenhäuschen, das zumindest von außen einen sehr gepflegten Eindruck macht. Ich war da noch nicht drin. Ich wohne ja praktisch um die Ecke. Da muss ich nicht reingehen, wenn ich mal muss, da gehe ich lieber nach Hause.

Ich bin auch noch nie in dem Hutladen gewesen, weil Hüte tatsächlich aus der Mode gekommen sind. Man trägt heute keine Hüte mehr; außer Hipster vielleicht, die tragen ja sogar Dutt. Und Vollbart mit kleinen Zöpfen drin und riesige Ohrringe in riesigen Ohrläppchen, die nicht von außen durch ein Loch im Ohrläppchen getragen werden, nein, der Ring ist das Loch und steckt im Ohrläppchen. Wenn Sie Daumen und Zeigefinger an den Fingerspitzen zusammenstoßen lassen und das Gebilde dazwischen ungefähr kreisförmige Ausmaße hat, haben sie den Ring, den ich meine. Dann sollte man eigentlich nicht mehr Ohrläppchen sagen, sondern besser Ohrlappen.

Die Dinger müssten ohne Ring darinnen ganz schön schlackern. Vielleicht kann man sie sich dann aber auch zwischen die Lippen klemmen oder sich unterm Kinn eine Schleife binden. Dann spricht es sich wahrscheinlich nicht so gut. Man könnte allerdings auch den Dutt auflösen und stattdessen zwei Zöpfe tragen, deren Befestigung dann die beiden mehrmals gewundenen Ohrlappen bilden...

Na, haben Sie das Bild? Ein bisschen verschwommen noch? So sollte es ein. Das ist ein Schnappschuss im Kopf.

Montag, 29. August 2016

Tatort in Kubrick und Kafka

Dieser Tatort war mal wieder eine maßlose Übertreibung. Nicht nur die Ankündigung und Kritik hat maßlos übertrieben, sondern auch die Sendung an sich. Da tasten sich zwei sepiabraune Kommissare durch ein Hightech-Blau. Da spielt ein Oberhipster einen Oberhipster inklusive Fahrrad zum Herumtragen und an die Wand hängen, der ein Computerprogramm entwirft, das an Kubrick erinnern soll. Da gibt es Einblenden, die irgendwie so heißen wie Kafka-Titel und die Handlung des kommenden Kapitels dokumentieren sollen.

Bemüht, gestelzt und unfreiwillig komisch. Ein Tatort ganz nach meinem Geschmack. Ich habe selten so viel Spaß beim Gucken gehabt wie bei dieser Folge. Gibt es eigentlich Blogs im Darknet? Habe ich mich gefragt...

Donnerstag, 18. August 2016

Die innere Zensur

Mir passiert es manchmal, dass ich etwas schreibe, von dem ich späterhin nicht mehr überzeugt bin. Soweit so klar. Die Gründe dafür sind häufig einfach: dass der Text nicht rund ist, nicht rund werden kann. Aber davon will ich hier nicht sprechen. Diese Erfahrung hat wahrscheinlich schon jeder gemacht. Mir geht es eher um die Texte, die nicht veröffentlicht werden, weil sie auf der inhaltlichen Ebene daneben liegen. Mit daneben meine ich Texte, die womöglich unter die Gürtellinie gehen, die Dinge verhunzen, die vorher schön gewesen sind, die keiner Rubrik des Blogs zugeordnet werden können. Ja, Texte, auf die wir im Nachhinein vielleicht gar nicht stolz sind.

Diese Texte kommen nicht in den Blog, weil sich unsere innere Zensurbehörde einschaltet und sagt, das können wir nicht machen. Damit vergraulen wir unsere Leser, das geht zu weit, das ist jenseits des guten Geschmacks. Uns könnte die Veröffentlichung übel genommen werden.

Anders als im Mündlichen, bei dem wir eine unbedachte, häufig wie aus der Pistole geschossene Äußerung, schlicht nicht mehr rückgängig machen können, und froh darüber sein können, wenn sie ignoriert wird, besteht im Schriftlichen ja durchaus die Möglichkeit, an einen Punkt zu kommen, an dem plötzlich der Kopf wieder frei ist. Da steht was auf einem Blatt Papier oder auf dem Monitor, das in der Hitze des Gefechts wie eine adäquate Reaktion erschien und sich beim Zurücklehnen und Korrekturlesen plötzlich als zu hart, zu gemein, ungerecht oder als ethische und moralische Grundsätze verletzend herausstellt.

Die Grenzen dafür verlaufen fließend. Je kürzer die Botschaft, desto größer ist die Gefahr, dass die eben angesprochene Art der Reflektion nicht mehr stattfindet. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass zwischen diesen beiden Kenngrößen, Textlänge und verbalem Danebenliegen, ein Zusammenhang besteht. Ich kenne die Fachliteratur dazu nicht, aber wenn ich mir so ansehe, was bei Facebook oder Twitter manchmal abgeht, dann bestätigt dies meinen persönlichen Verdacht.

Fließend sind die Grenzen auch deshalb, weil jeder seine eigene persönliche Schmerzgrenze bzw. Hemmschwelle hat. Die ist bei Trollen eher unten, während sie bei ruhigen und bedacht handelnden Personen eher weiter oben anzusiedeln ist.

Was machen wir dann, wenn uns so etwas passiert? Wir einen Text schreiben, den wir so auf keinen Fall veröffentlichen können? Wir löschen das Ganze? Oder verschieben wir ihn irgendwohin, in ein Verzeichnis, wo ganz viele solcher Texte zu finden sind? Verlegen den Zettel zwischen vielen anderen an einen Ort, ganz hinten in der Schublade? Es wäre ja eigentlich schade um die Arbeit, auch wenn das Ergebnis alles andere als erfreulich ist.

Ich habe so ein Verzeichnis zum „Dampf ablassen“. Hin und wieder kommt da ein Text hinzu. Dann lese ich auch den ein oder anderen alten Text und befinde häufig, dass er dort zu Recht steht und auch zu bleiben hat. Nicht selten passiert es, dass ich den Text lächerlich finde, mich lächerlich finde, mindestens aber unreif. Es kommt leider auch vor, dass ich hier bereits veröffentlichte Texte nach längerem „Liegenlassen“ ein weiteres Mal lese und mich irgendwie nicht mehr wohl fühle. Häufig ist es die Qualität aber manchmal ist es tatsächlich diese fließende Grenze, die der Text überschreitet. Damals vielleicht noch nicht, da hatte ich andere Grenzen, man entwickelt sich ja weiter, optimistisch gesprochen. Hoffentlich.



Wir machen jetzt einen kleinen Sprung. Und zwar zu diesem Bild. Das ist eine Skulptur von Giuseppe Penone. Ein Zedernbaumstamm, warmfarbig. Von zwei Seiten aus, vorsichtig herausgeschält hat der Künstler den Baum im Baum. Das kleine Objekt innerhalb des großen Baumes ist der gleiche Baum, als er noch klein war. Die Verästelungen und ihr Verlauf innerhalb des Baumes sowie ihr Heraustreten aus dem äußeren Stamm als dicker Ast deuten darauf hin. Unser Seminarleiter, der uns das Bild vorstellte, brachte diese Analyse an und interpretierte, dass in jedem von uns auch unsere Kindheit steckt, unser früheres Ich mit all unseren Erlebnissen, Gedanken, mit unseren Fehlern, die wir gemacht haben, mit unserem Lernen, das uns zu dem gemacht hat, was wir letztendlich geworden sind.

Er brauchte das Bild, um uns klar zu machen, weshalb er seine komischen Spiele mit uns machen konnte. Er ließ uns, erwachsene Männer und Frauen, Sprech- und Bewegungsübungen machen, die tatsächlich sehr albern waren. Alle haben mitgemacht. Wir waren, soweit ich das von den anderen Teilnehmern des Seminars sagen kann, alle begeistert. Wir haben uns dabei kennengelernt, wir haben uns begrüßt, gelacht, Faxen gemacht. Wir sind um uns herumgeschlichen, gerannt, getanzt, geschlängelt, haben unser Gesicht verzogen, Gesten verstärkt, das Übliche eben.

Er sagte, wir können uns nur deshalb so lächerlich machen, weil auch in uns so ein kleiner Baum, eine kleinere Version unser selbst steckt, die wir oder auch andere Leute, wenn sie behutsam vorgehen, aus uns heraus schälen können. Unter Anleitung besteht für den Einzelnen keine Gefahr, dass er oder sie sich allein lächerlich macht. Und darum geht es.

Machen wir uns doch einmal lächerlich. Lassen wir das Kindische, das Verdrängte, das Unliebsame doch heraus und sammeln es an einem Ort. Kein geschlossener Raum und eben doch genau das. Im Netz. In der Öffentlichkeit. In unseren Blogs. Hier sind wir mehr oder weniger anonym, hier wird intensiver gepusht aber auch schneller vergessen als in jedem anderen Medium. Vielleicht will ja auch jemand auf einen alten Text verweisen, der in diese Kategorie fällt, aus einem alten Blog oder schön versteckt im eigenen, und ihn ein weiteres Mal hervorkramen wie die selbst gebatikte Hose, die wir früher einmal angezogen haben und jetzt nicht einmal zur Verwertung geben können, weil wir damit partout nicht gesehen werden wollen.

Ein letzter kleiner Sprung: Ich saß neulich in der Schule und hörte nicht zum ersten Mal ein Eichendorff-Gedicht. Ein schönes. Titel reiche ich nach, ist aber auch nicht so wichtig. Mir dämmerte, da gab es doch was. Ich suchte in meinen frühen Aufzeichnungen und fand es zwischen ein paar wirklich schrecklichen Bleistiftskizzen und ein paar noch hässlicheren Gedichten: eine wirklich böse Verhunzung dieses schönen Gedichts. Ich muss noch ein wenig an ihr feilen, dann stelle ich sie rein. Unter dem Titel: „An der inneren Zensurbehörde vorbei gemogelt“.

Naja, für so etwas braucht es Mut, da möchte man am liebsten nicht alleine sein und sich lächerlich machen. Deshalb diese viel zu lange Erklärung für etwas ohnehin bald Vergessenes. Deshalb der Aufruf, es mir nach zu tun. Irgendwann, vielleicht morgen, vielleicht auch erst nächstes Jahr. Ich habe ja auch schon angekündigt, mit dem Rauchen aufzuhören...

Ich würde die Texte hier verlinken, jeder kann die Texte verlinken. Verlinkt euch linkisch!

Diesen Text konnte ich an meiner inneren Zensurbehörde vorbeimogeln.

Samstag, 23. April 2016

Kugelschreiber



Woher sie kommen, weiß ich ganz genau. Jeden Dienstag fahre ich gegen kurz vor neun in die Kneipe, in der ich arbeite und hole mir dort neben dem Auto, den Tragekisten und einem extragroßen doppelten Latte macchiato mit Pfefferminzsirup auch die Liste ab, die ich kurz darauf in der Metro abhaken werde. Zum Abhaken braucht man einen Stift, frau auch.

Ich komme fast nie auf die Idee, nein, ich bin noch nie auf die Idee gekommen, einen der Kugelschreiber aus meinem Rucksack herauszunehmen, um die Liste abzuhaken. Ich habe den Rucksack zwar fast immer dabei, aber wenn ich erst einmal im Laden bin, nehme ich mir einen Stift aus dem Glas neben der Registrierkasse. Der Rucksack bleibt im Auto.

Ich muss noch im Laden die ersten Veränderungen an der Einkaufsliste vornehmen. Einerseits fehlen die Waren auf der Liste, die das Barpersonal benötigt, denn diese Sachen schreibe ich selbstständig auf. Andererseits gibt es häufig eine Reihe von weiteren Zetteln an einer Magnetwand, die auf meine Liste übertragen werden müssen. Das funzt meistens reibungslos, selten fehlt etwas, selten werden Dinge verlangt, die ich nicht besorgen kann. Mein Lieblingskoch hat das alles sehr gut im Griff. Im zweiten Laden läuft das leider nicht so gut, auch diese Liste liegt im Geschäft 1 für mich bereit (das klappt immer). Manchmal bekomme ich nur eine kleine Liste und eine Woche später dafür einen Zettel mit Warenanforderungen, die ein mittelgroßer Lastwagen zu transportieren hätte. Ich kann damit umgehen, auch wenn es manchmal nervt.

Nerven tut es auch, wenn ich Dinge kaufen soll, die ich eindeutig letzte Woche erst mitgebracht hatte, und diese dann, nachdem ich sie erneut gekauft habe, beim Einräumen im Regal finde – noch verschlossen, nicht einmal angebrochen. Und eine Sache hasse ich, wenn die Rückseiten der Zettel beschrieben werden. Dann steht man in der Frischeabteilung und muss zurück zu den Büroartikeln, weil auf der Rückseite steht, dass noch Kopierpapier gebraucht wird. Deshalb schreibe ich die Rückseitenartikel, noch bevor ich in die Metro fahre, auf die Vorderseite. Und dafür brauche ich einen Kugelschreiber, jede Woche einen.

Ungefähr alle Vierteljahr räume ich die Kugelschreiber aus meinem Rucksack und gebe sie geschlossen im Laden ab. Das sind dann immer so um die zehn bis fünfzehn Stück. Das passiert aber nicht, weil ich mich an die ganzen Kugelschreiber in meinem Rucksack erinnere, nein, das passiert, weil jemand „Kugelschreiber“ mit Ausrufezeichen! auf die Liste geschrieben hat.

Donnerstag, 21. April 2016

Die Handschuhe



Dieses Paar Handschuhe aus meinem Rucksack bereitet mir nun, seit ich es gefunden habe, ein wenig Kopfzerbrechen. Dazu muss ich ein wenig ausholen: Als wir letzten Herbst ein Paar Handschuhe, einen Schal und eine Mütze für unseren ältesten Sohn benötigten und sich auf einem Flohmarkt für Kinderbekleidung die Möglichkeit ergab, ein komplettes Set, bestehend aus eben diesen drei Dingen, zu erwerben, hat meine Frau sogleich zugeschlagen. Dass es sich dabei auch noch um sogenannte Merchandising-Artikel eines bekannten Comics handelte, kam uns gerade recht. Das erleichterte die Anziehprozedur erheblich, zumal unser Sohn die Comicfigur vom Hörensagen her kannte. Schal, Mütze und Handschuhe gehören in der Regel nicht zu den begehrtesten Kleidungsstücken unter kleinen Kindern.

So ging dann der Herbst dahin und der Winter kam, jedenfalls auf dem Kalender, am Wetter änderte sich bekanntlich nicht so viel. Dennoch waren die Handschuhe immer dabei. Wenn sie nicht angezogen wurden, bewohnten sie die Jackentaschen und standen bei Bedarf zur Verfügung.

Nun ergab es sich, dass ein guter Freund unseres Sohnes das gleiche Set, bestehend aus Mütze, Schal und Handschuhen, von seinem Vater bekam. Beide gehen in denselben Kindergarten, sind gleichalt und verbringen nicht nur in der Einrichtung Zeit miteinander. Dann erzählte unser Sohn, dass das Paar Handschuhe seines Freundes verschwunden sei. Meine Frau beschloss, um eventuellem Ärger vorzubeugen, in unser Paar Handschuhe den Namen unseres Kindes hinein zu schreiben. Ein wenig sauer war sie auch, weil unser Sohn mit den Handschuhen offenbar nicht sehr pfleglich umgegangen war.

Und tatsächlich. Eines Tages kam die Frage auf, wessen Paar Handschuhe dies denn nun sei, und der andere Junge bekam die Handschuhe von unserem Sohn überreicht. Ein paar Tage später jedoch lagen sie wieder bei uns. Der Vater des Jungen hatte den Namen darin entdeckt, entschuldigte sich und gab uns die Handschuhe zurück. Tja, und jetzt haben wir zwei Paar Handschuhe, von dem das schönere Exemplar tatsächlich uns gehört, während das etwas zerschlissene nun in seinem Inneren den Namen unseres Sohnes trägt.

Nur falls Sie sich fragen, woher diese Handschuhe gekommen sind, dann gehen Sie bitte hierhin zurück.

Donnerstag, 25. Februar 2016

Windwos 10 werbefinanziert?

Das las ich eben bei Fefe:

"Windows 10 zeigt seit heute anscheinend Werbung auf dem Lock-Screen an. Ich bin mal gespannt, was da noch so kommt. Irgendwie muss Microsoft ja die Kohle wieder reinholen. Das hat hoffentlich niemand ernsthaft geglaubt, dass Microsoft ein Windows einfach verschenkt und keine Gegenleistung haben will?"

Jetzt weiß ich wieder, warum ich kein kostenloses Windows 10 haben wollte und was mich bei "kostenlos" am meisten nervt.

Mittwoch, 17. Februar 2016

Kleider machen Leute - T wie T-Shirt

Der Beitrag gehört mit zu diesem Projekt und wurde angeregt durch den Wortmischer und Lakritze.



Weil Trithemius, dem ich ja eigentlich ein solches T-Shirt zukommen lassen wollte, kein T-Shirt-Träger ist (ich habe ihn und seine Bekleidungsgewohnheiten genauestens studiert), habe ich mir selbst eins machen lassen.

Suche

 

Status

Online seit 2557 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 2. Dez, 18:49

Credits


xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this page (with comments)
xml version of this topic

twoday.net AGB

kostenloser Counter

Blogverzeichnis Creative Commons Lizenzvertrag
Shhhhh.

Alles nur Theater
Auf Spatzen geschossen
Auslaufmodell Buch
Den Ball gespielt
Der alltägliche K(r)ampf
Die kleine Form
Gedankeninseln
Geldregierung Arbeitsplatz
Gelegenheitslyrik
HaCK
Herr Fischer
Klassenraum
Links
Mensagespräche
Nichts Spezielles
Ohne Brille
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren