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Bei den Leisen Tönen. Manchmal braucht es einen Blog, um sich Luft zum Denken zu verschaffen. Keine Steckenpferde, Hobbies oder sonstiges Spezielles, nur Luft zum Denken.

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Radio



Vielleicht werde ich langsam alt. Vielleicht werde ich aber auch ganz schnell alt und merke das nur ganz langsam. Aber egal, wie herum ich es drehe, die Zeit ist gegen mich. Das ist schlecht. Das nagt an mir.

Heute war einer dieser Tage, wo ich mir darüber Gedanken machte, wie die Welt in ein paar Jahren wohl funktioniert. Ich kam zu keinem guten Ergebnis. Ich saß dabei – das sollte ich wohl erwähnen – in einem niegelnagelneuen PKW der Sonderklasse und sollte damit meine Einkäufe für die beiden Bars erledigen. Das Fahrzeug, welches ich normalerweise benutze, war in der Werkstatt gewesen und unabkömmlich. Deshalb saß ich darin.

Meine erste und wichtigste Einstellung gilt immer dem Sitz. Dann kommt das Radio und dann erst der Rückspiegel. Das mache ich immer so. Sitz gut. Armlehne ok. Radio: Katastrophe! Ich kann den Sendersuchlauf nicht finden. Ich finde weder den manuellen Sendersuchlauf, noch finde ich den automatischen. Ich finde ein paar Sender und finde heraus, dass da eine Fläche ist, auf der ich hin und her wischen kann, wie auf meinem Smartphone. Aber ich finde meinen Radiosender nicht. Er ist auch nicht voreingestellt. Ich höre immer Deutschlandradio Kultur. Ich bekomme den Sender nicht rein.

Mich überkommt keine Panik, weil ich den Deutschlandfunk bekomme. Die zweitbeste Lösung. NDR Kultur geht auch, da sind sich sogar die Frequenzen ziemlich nahe. Aber meinen Sender bekomme ich nicht.

Nach einer kurzen Fahrt stehe ich auf einem Parkplatz und denke, ich probiere es erneut. Und siehe da, es geht. Plötzlich ist Deutschlandradio Kultur erhältlich. Ich nehme das Programm und verlasse es nicht mehr. Die Gedanken – daher der mühsame Anfang des Textes – kreisen um den plötzlichen Empfang des Senders.

Ich steigere mich da hinein und befürchte, dass ich den Sender deshalb nicht einstellen konnte, weil ich ihn an meinem vorherigen Stellplatz nicht richtig empfangen konnte. Ich vermute weiterhin, dass eine manuelle Einstellung überhaupt nicht mehr vorgesehen ist, weil es keinen Sinn macht, sich 1. die Frequenz eines Senders zu merken und 2. einen Sender hören zu wollen, den man nicht richtig empfängt. 97,4 MHz ist die Frequenz meines Senders in unseren Breiten. Früher konnte ich ganze Telefonbücher auswendig und habe das abgestellt, weil mein Telefon sich das merken kann. Jetzt merke ich mir nur noch die Nummer meiner Bankkarte und die Frequenz meines Radiosenders, die ich mir in Zukunft vielleicht auch nicht mehr merken brauche, weil ich sie sowieso nicht einstellen kann. Weil Konstrukteure von Autoradios entschieden haben, dass ein manueller Sendersuchlauf Quatsch ist. Weil ein automatischer Sendersuchlauf eben den Sender nicht einstellt, wenn der Empfang zu schlecht ist. Was dabei jedoch vergessen wurde, was ich den Konstrukteuren gerne mit auf den Weg geben möchte: Es gibt Leute, die hören lieber schlecht empfangbare gute Radiosender, als gut empfangbare schlechte Radiosender.
steppenhund - 8. Dez, 23:39

Ich glaube, der letzte Absatz drückt genau das unheimliche Unbehagen aus, das einen heute mit der Technik überkommen kann. Und das sage ich als jemand, der selbst jahrelang in der Branche mitgespielt hat ...
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Ich erinnere mich übrigens an eine Stelle im "Steppenwolf" (Hermann Hesse), in der er beschreibt, dass selbst bei den mit Kratzgeräuschen überladenen Übertragungen einer Mozart-Symphonie das göttliche Moment erhalten bleibt.
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Allerdings gibt es heute auch schon einige Kultursender, die einfach übers Internet empfangen werden können.

Shhhhh - 9. Dez, 08:28

Manchmal ist auch nur Ärger über die Bevormundung.

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Davor habe ich mich bislang erfolgreich gedrückt (um die Lektüre). Ich werde es, schon allein wegen der so häufig auftretenden Zitationen daraus, wohl endlich nachholen müssen.

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Im Auto ist auch das nicht viel besser als der normale Radioempfang, denke ich.
Lo - 9. Dez, 09:01

Ich kenne das auch von meiner Limousine, in der sich so ein hypermodernes Rundfunkgerät mit Navi, Telefon und weiteren technischen Möglichkeiten befindet, die ich noch gar nicht entdeckt habe.

Auch plagt mich eine latente Befürchtung, dass ich die Welt nicht mehr so ganz verstehe, und dass Radiohören vermutlich bald der Vergangenheit ange"hört", denn ich lese da immer etwas von Music-Streaming ("Mehr als 3 Millionen Wunsch-Titel!") und das für Geld.
In Anbetracht der Tatsache, dass meine Lebenszeit zum Abhören von 3 Mio. Liedern ohnehin nicht ausreichen wird, kenne ich auch nicht annähernd so viele Titel.

Shhhhh - 9. Dez, 10:20

"Das Armaturenbrett war übersät mit Schaltern und blinkenden Lichtern, die ein Mensch niemals alle verstehen würde..." heißt es sinngemäß bei "Fear and Loathing in Las Vegas". Ich bekomme das Zitat leider nicht mehr vollständig zusammen, aber ich weiß, was gemeint ist.
la-mamma - 9. Dez, 09:14

ich bin auch schon alt: über zwei jahre lang fuhr ich mit dem auto dieselbe lange strecke mit berg und vielen tunneln dazwischen recht regelmäßig und wechselte meinen lieblingssender manuell alle 40-50 km. ich wusste immerhin schon recht genau, wo es am besten ging. bis mir endlich jemand den knopf zeigte, der das für mich erledigt ...

Shhhhh - 9. Dez, 10:23

Ich habe mein Radio auf der Fahrt nach Marbach ebenfalls automatisch suchen lassen, bekam allerdings kurz hinter Würzburg immer einen anderen Sender rein, wenn ich die automatische Suche anschaltete. Mit der manuellen konnte ich nicht suchen, ich hatte einen Mitfahrer, der mich komisch ansah, weil für ihn Radio gleich Radio war, womit wir wieder bei der Beliebigkeit sind, die Herr Lo ja schon so treffend formulierte.
wortmischer - 9. Dez, 13:35

Anfang der Siebziger? - Das Autoradio von Blaupunkt mit schwarzen Drucktasten, die man ein Stück herausziehen und gleich wieder ganz hineindrücken musste, um den Sender einzuprogrammieren, den man vorher durch Drehen am Frequenzrädchen gefunden hatte.

Shhhhh - 9. Dez, 13:54

Ja, so war das damals. Heute findet man nicht mehr, man wird gefunden.

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