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Bei den Leisen Tönen. Manchmal braucht es einen Blog, um sich Luft zum Denken zu verschaffen. Keine Steckenpferde, Hobbies oder sonstiges Spezielles, nur Luft zum Denken.

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Liebe Grüße zurück. Ja,...
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Du könntest es als perfekte Insektenfalle weiter nutzen. Lieben...
Lo - 25. Aug, 20:12

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In der Steinzeit oder kleine Anatomie des Ohrs

Ich surfe ja gar nicht viel. Hin und wieder mache ich mal eine Seite auf, dann lese ich in irgendwelchen Blogs herum, das Kommentieren habe ich mir gar nicht erst richtig angewöhnt wegen der Wurstigkeit meiner Fingerspitzen. Ich habe einen Vertrag mit einer Miniflatrate (300MB), danach wird gedrosselt. Heute ist immer noch Januar und die Drosselung ist mir eben bekannt gemacht worden. Aufgehoben wird sie am 15.02.2014!

Schuld an dieser Reise zurück in die Steinzeit ist mein Smartphone. Ich kenne mich damit nicht aus. Mein Smartphone weiß das und drangsaliert mich deshalb ständig mit nie zuvor gesehenen Bildschirmmasken, auf denen man Dinge einstellen kann, die nie ein Mensch brauchen wird. Aber eigentlich bin ich auch selbst schuld, ein bisschen zumindest.

Beim Telefonieren, just in dem Augenblick, wo ich nichts weiter will, als in eine Muschel sprechen und aus eben dieser Muschel einen Ton zu hören, komme ich mit meinem Ohrläppchen auf irgendeine nicht existente Taste dieser mir ans Ohr gehaltenen Muschel und das Gespräch ist beendet. Aufgelegt. Nicht dass mein Ohrläppchen (lat. Lobulus auriculae) sonderlich groß wäre, nein, ich gehöre sogar zu der in der Welt rückläufigen und stark in der Minderheit seienden Gattung des angewachsenen Ohrläppchens. Ein Ohrring durch mein Lobulus würde ungefähr so fremd wirken wie ein Vorhängeschloss an einem Brückengeländer. Mein Ohrläppchen kann aber ein Gespräch unterbrechen.

Meine Ohrmuschel (lat. Auricula auris) kann noch mehr. Läuft das Gespräch wider Erwarten doch an, dann komme ich mit der oberen Knorpelmasse (lat. Helix) in einen Bereich des Displays, der für hochsensible Dinge zuständig zu sein scheint. Regelmäßig nach Beendigung eines Gesprächs werde ich der Sache gewahr, jetzt die Zeit in Tokio oder Moskau angezeigt zu bekommen. Oder ich habe plötzlich keine 24 Stundenzeitanzeige mehr, sondern nur noch eine 12-stündige mit Angabe von am und pm. Ich wundere mich darüber nicht mehr. Ich habe mittlerweile gelernt, wo diese Dinge einzustellen sind, damit kann mich mein Smartphone nicht mehr ärgern.

Manchmal kommt mein verlangtes Gespräch aber gar nicht zustande. Dann hat meine Helix den Flugmodus aktiviert. Der Bildschirm sagt mir das aber nicht sofort, nein, er zeigt mir einen minutenlangen Wählzeitraum an, so dass ich das Telefon gezwungener Maßen vom Ohr vor das Gesicht halten muss und umgekehrt und noch einmal und wieder zurück. Das machen sonst nur Hundertjährige, die sich zum Skat verabreden wollen. Die stehen dann an Haltestellen und brüllen: „Hallo? Hallo?“, dann gucken sie auf ihr Display und halten sich ihr Telefon im Flugmodus erneut ans Ohr: „Hallo? Herbert? Ja, ich bin gleich da. Was? Nein! Was, ich kann dich nicht hören, die Straßenbahn…, was? Nein, ja, bis gleich.“ Man selbst befindet sich bei solchen Gesprächen immer mindestens 50 Meter weit weg, also direkt daneben.

Mein Telefon hat rechts drei Tasten. Damit kann man willentlich die Lautstärke des Geräts verstellen. Unwillentlich, also über gewisse Tastenkombinationen, die nur während eines Gesprächs funktionieren, die ich aber nicht kenne, kann man wahlweise das gerade geführte Gespräch oder aber das komplette Internet aufzeichnen. Während ich mich während des Gesprächs der richtigen Lage und Position meiner Ohrmuschelbestandteile versichere und gegebenenfalls die Haltung meines Telefons austariere, komme ich regelmäßig mit meinem Daumen zu nah an diese Tasten. Dann piept es plötzlich und auf dem Display steht dann so etwas wie: Der Speicher ist voll. Toll. Das Gespräch ist beendet, ich habe stattdessen eine Kopie vorliegen, ähnlich dem eben Geschilderten oder eine Kopie des Internets, die sich in irgendeinem Dateiordner jenseits des Regenbogens befindet.

In der Steinzeit hat man zum Zwecke der Fernkommunikation immer ein Wurfgerät dabei und stellte man dieses auf Flugmodus und hatte man denjenigen dann damit am Kopf getroffen, so konnte man sich der uneingeschränkten Aufmerksamkeit sicher sein. Da bin ich also wieder angelangt, in der Steinzeit.
Bubi40 - 28. Jan, 10:26

WUNDERBAR !!!

ich bin also nicht allein in der vermaledeiten zeit des Smartphones ...

Shhhhh - 28. Jan, 13:10

Nein, das sind Sie nicht. Zusammengenommen schaffen wir es vielleicht sogar auf einen Hundertjährigen;)
NeonWilderness - 28. Jan, 12:29

Herrje, passen Sie bloß auf sich auf, Herr Shhhhh! Ich kannte mal jemanden, der hat aus Versehen die Sprachsteuerung an seinem Handy angeschaltet und dann durch nur ein leichtfertig falsch betontes Wort das ganze Internet ausgedruckt. Der zahlt heute noch daran ab und bekommt immer noch jeden Tag drei Paletten bedrucktes Papier.

Shhhhh - 28. Jan, 13:11

Einen Drucker habe ich nicht angeschlossen. Dafür besitze ich aber eine Kamera und als das Gerät noch ganz neu war, bestand es immer darauf, mich per Video mit jemanden zu verbinden, das ging meistens nicht, glücklicherweise.
NeonWilderness - 28. Jan, 13:32

Naja, das kann man so nicht sagen. Vielleicht wäre am anderen Bildschirmende eine hinreißende Frau gewesen, die sich regelmäßig sofort in angewachsene Ohrläppchen verliebt.
Shhhhh - 28. Jan, 20:52

Ja, schön, nur mein Tarif deckt das nicht ab...
Lo - 28. Jan, 13:01

Dann haben Sie ja ein Ohrläpptop!

Shhhhh - 28. Jan, 13:13

Ich hatte schon mit dem Gedanken gespielt meine intuitive Ohrsteuerung zum Patent anzumelden, bislang funktioniert allerdings noch zu willkürlich, aber ich arbeite daran und verkaufe die Idee dann an Google.
Pendlerin - 28. Jan, 13:50

Gut, dann waren sie schon mal nicht der hundertjährige Italiener, den ich neulich an der Bushaltestelle in Triest sah. Als er ein Smartphönchen aus seiner Tasche fummelte, dessen klingeln ich nicht mal hörte, obwohl ich neben ihn stand und er damit auch noch telefonierte, dachte ich so, was bin ich doch ungeschickt.

Shhhhh - 28. Jan, 20:50

Nein, ich war noch nie in Triest und italienisch spreche ich auch nicht. Im Übrigen wollte ich auch kein Hundertjährigen-Bashing veranstalten, mir ist beim Schreiben nur leider entfallen, dass diese Spezies heutzutage gar nicht mehr so selten ist, denken Sie sich einfach einen Hunderfünfzigjährigen;)
iGing - 29. Jan, 20:05

Bin neulich auch beim Arzt einer munteren 91-jährigen Dame begegnet, die im Wartezimmer ohne jede Hemmung jemanden fragte, ob sie mal mit seinem Handy telefonieren dürfte ... sie rief dann eine Bekannte an und bat darum, dass deren Mann ihr das vom Arzt verschriebene Medikament aus der Apotheke holen solle ... damit das auch gleich geklärt war!
Shhhhh - 30. Jan, 09:05

Das ist übrigens ein entscheidender Unterschied zur Jugend, die können ohne eigenes Handy gar niemanden anrufen, weil sie sich die Telefonnummern nicht merken. Schließe mich da mit ein (habe aber ein Notizbuch, in dem ich zwei wichtige Nummern notiert habe).
iGing - 30. Jan, 12:19

Das hat mir früher auch fassungslos gemacht, dass vor allem junge Leute keine Telefonnummer auswendig konnten. Ich konnte alle Telefonnummern auswendig; bis ich selber - von meinen Kindern per Geschenk zwangsweise verordnet - ein Handy bekam. Seitdem bin ich froh, wenn ich meine eigene Telefonnummer auswendig kann ;-)
Trithemius - 28. Jan, 16:52

Herrlich und sehr amüsant!

Ich sah dich letztens schon verloren, als wir bei Herrn Putzig saßen und ihr beide per Smartphone miteinander kommuniziert habt. Dieser Text rehabilitiert dich wieder. Glaub mir, mein Ohrläppchen und mein Smartphone können das alles auch.

Shhhhh - 28. Jan, 20:52

Das, womit wir kommunizierten, diese Geißel der Smartphonebesitzer mit einem leichten Hang zur Besserwisserei, habe ich von meinem Smartphone wieder heruntergelöscht, es wurde langweilig;)
wortmischer - 29. Jan, 16:15

"Hang zur Besserwisserei"? - Siri? Hab ich auch schon gehört von!
Shhhhh - 29. Jan, 18:59

Ich meinte eigentlich Quizduell;)
wortmischer - 30. Jan, 18:06

=;>þ
tikerscherk (Gast) - 29. Jan, 00:08

Des einen Leid, des anderen Freud. Ich habe eben beim Lesen laut gelacht. Das passiert mir selten. Danke für die nächtliche Heiterkeit- das wird ein lustiger Traum.

Shhhhh - 29. Jan, 19:00

Hoffe, er war auch lustig. Schön, jemanden zum Lachen zu bringen:)
la-mamma - 30. Jan, 07:37

ich warte ja schon sehnsüchtig drauf, bis ich alt genug für ein seniorenhandy bin!

Shhhhh - 30. Jan, 09:06

Mir waren die Tasten, als es noch Tasten waren, auch viel zu klein. Jetzt, wo es nur noch Gewische auf einer Scheibe ist, merke ich erst, wie schön doch kleine, echte Tasten waren. Mit dem Sehen habe ich glücklicherweise keine Probleme.

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Zuletzt aktualisiert: 30. Aug, 22:09

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