Willkommen

Bei den Leisen Tönen. Manchmal braucht es einen Blog, um sich Luft zum Denken zu verschaffen. Keine Steckenpferde, Hobbies oder sonstiges Spezielles, nur Luft zum Denken.

Kontakt

shhhhtwoday(at)googlemail.com

Aktuelle Beiträge

Wir waren keine Windelinfluenzer,...
Wir waren keine Windelinfluenzer, haben aber an diversen...
Shhhhh - 12. Dez, 08:51
Schon eine Chance verpasst...
Schon eine Chance verpasst – Sie hätten Windelinfluenzer...
C. Araxe - 11. Dez, 22:50
Eine gute Wahl!
Eine gute Wahl!
Lo - 4. Dez, 22:09
Ich habe eine Zehnerkarte...
Ich habe eine Zehnerkarte beim Getränkehandel, beim...
Shhhhh - 1. Dez, 23:39
Das stimmt, aber die...
Das stimmt, aber die Enkel wird man auch wieder los,...
Shhhhh - 1. Dez, 23:35

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Dienstag, 9. August 2011

Eisenhüttenstadt

Die DDR hat sich hier ein Denkmal gesetzt, hier in Eisenhüttenstadt. Die Stadt ist ein einziges Denkmal, Mahnmal, Museum? Eisenhüttenstadt ist auf dem Reißbrett entstanden. Die Kohle aus der Lausitz und der Stahl aus der Ukraine sollten hier die Stahlindustrie befeuern, die - oberstes Ziel im ersten Fünjahresplan - schnellst möglich aufgebaut werden sollte.Zuerst kam das Werk. Mit modernster Technik ausgestattet und trotz vieler baulicher und technischer Mängel konnte die Stahlproduktion ziemlich schnell anlaufen. Dann wurde die Stadt gebaut, für mindestens 30.000 Einwohner sollte die Stadt ein neues Zuhause bilden. Das Konzept sah vor, dass sich jeder Baukomplex fächerförmig zum großen Werkstor hin herausbildete, das fehlende große Werkstor war vielleicht der erste Riß in einer sonst noch schönen Fassade, denn egal wie hässlich die Stalingotik - einer der ersten Baustile im Wohngebiet - auch gefunden wird, was danach kam war hässlicher. So entstanden also erste Wohnsiedlungen. Viel Grün, großzügige, fast verschwenderische Bebauung, hier ein Brunnen, dort ein kleiner Park und alles weit auseinander, damit sich niemand eingeengt fühlen musste zwischen den Häusern.

Spätestens mit Stalins Tod ging es im Baustil rapide bergab, was die kleinen Extravaganzen anbelangte. Vom Realismus der Mangelwirtschaft eingeholt fielen zuerst die Verzierungen später alles scheinbar Zwecklose der Architektur der einheitlichen Plattenbauweise zum Opfer, die in den verschiedenen Baukomplexen in ihrer Entwicklung sehr schön nachvollzogen werden kann. Wo das endete, hat jeder schon gesehen, dafür muss man nicht einmal in den Osten fahren.

Die zweite Ausstellung befindet sich im Wohnkomplex II. Das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR. Da gab es nichts überraschendes. Die üblichen Aneinanderreihungen von Ostprodukten, einer "Industrieästhetik" ( komisch, das hier gleich der erste Beitrag auf Eisenhüttenstadt verlinkt ) untergeordnet und mit abschreckend großen Textbeiträgen zu Designern, Produkten und Geschichte. Die Beiträge sind an den Wänden angebracht, die Exponate stehen für sich. Für mich kein Problem, ich kenne die meisten Produkte. Für Menschen, die sich nicht auskennen, ist das ein ewiges Rennen nach der richtigen Information zwischen dem Exponat und dem Text an einer der Wände, als wollte man beweisen: Willst du das Produkt, dann musst du du dich bewegen, vielleicht gibt es da was.

Vielleicht ist das gar nicht so schlecht, das Konzept. Ich fand es blöd. Die Trennung von Exponat und Text kann man bei holländischen alten Meistern machen, wenn die Ausstellung dann "Licht und Schatten" heißt, weiß ich, wonach ich zu suchen habe, da brauche ich keinen Text. Wenn aber in einer DDR-Ausstellung ein Stapel Tetrapacks mit offensichtlich schwedisch bzw. dänischem Aufdruck in einer Vitrine liegt, dann muss sich der nichtwissende Besucher womöglich fragen, ob das Tetrapack-Konzept nicht in der DDR erfunden worden ist und dann exportiert wurde. Das stimmt natürlich nicht, das war nur Strandgut, von einem Designer gefunden, der am Strand entlang spazierte.

Wer geht also nach Eisenhüttenstadt ins DOK? Die; die noch nicht genug haben, die sich Mangel und Repression ersparen möchten, die auf bunte Plastik stehen und den Eierbecher oder das Sandspielzeug aus Kinder- oder Jugendtagen wiedererkennen, die sind hier richtig; die mehr wissen wollen als der Ostalgiker, die sind hier falsch. Bis auf die zu Tränen rührende Erklärung am Anfang der Ausstellung ist hier viel Verheißung und wenig Erfüllung, und vielleicht, nein, ganz bestimmt, ist hier auch die große Parallele zur Alltagskultur der DDR zu suchen.

Montag, 8. August 2011

Im Ohr geblieben

"Impfungen, Blähungen, Krieg. Das Leben ist kein Ponyhof."

Samstag, 6. August 2011

Den Dreh raus

Fast jede Tätigkeit, die man sich vornimmt, kann zu einem Ritual ausgebaut werden, selbst dann, wenn sie sehr selten ausgeführt wird. Ich trank heute Filterkaffee aus einer Thermoskanne.Das tue ich sehr selten, lieber trinke ich Espresso, den es nicht gab. Die Milch zum Kaffee kam aus einer kleinen Pappschachtel, genannt Tetrapack. Im Gegensatz zur Thermoskanne ist die Pappschachtel was Inhalt und Gewicht anbelangt relativ leicht zu bestimmen. Deshalb treffe ich zum Trinken immer gewisse Vorbereitungen. Bei den ersten zwei Tassen Kaffee beginne ich die Eingießprozedur immer mit der Milch, um mich beim Mischungsverhältnis nicht zu verschätzen. Mit zunehmender Leere der nicht einsichtigen Kaffeekanne steigt jedoch das Risiko, das Mischungsverhältnis zu versauen, weil der Kaffee nicht reichen könnte.
Also drehe ich das Verfahren ab der zweiten Tasse um und gieße zuerst den Kaffee in die Tasse. Und wenn man dann zu sehr in das Ritual versunken ist, kann es passieren, dass man Dinge umkehrt, die sich dazu nicht eignen. So saß ich also auf meinem Stuhl und drehte den Deckel der Thermoskanne so fest zu, dass ich Mühe hatte, ihn wieder zu öffnen, als mir klar wurde, worin der Fehler bestand.

Montag, 1. August 2011

Straßenkino

Als ich gestern Abend aus dem Fenster schaute, staunte ich nicht schlecht, ich amüsierte mich sogar köstlich. Da versuchten zwei junge Männer, einer draußen auf dem Gehweg und der andere im Wagen, einzuparken. Nach Anweisung und langem Hin und Her stand das Auto dann endlich in der besagten Lücke, die für das wahrscheinlich geliehene Gefährt - ein Transporter - doch ziemlich groß war. Die Lösung bestand auch nur kurz, denn der junge Mann drehte sich um und sah, dass hinter ihm eine Toreinfahrt war. Darauf stand zwar nicht explizit, man solle hier nicht parken aber besser als abschleppen wäre wohl ein erneutes Umparken. Also los.

Die anderen Lücken waren nicht groß genug, man entschied, dass der Bordstein selbst vor der Ausfahrt so hoch war, dass es keinen Unterschied machen würde, wenn der Fahrer ein klein wenig nach rechts auswiche beim Verlassen der Ausfahrt. Das Auto wurde also möglichst dicht an den Vordermann geparkt, der hatte ja noch Platz nach vorn. Der Platz dahinter reichte immer noch nicht. Da stand ein Pfeiler und an dem Pfeiler ein Rad, längs zur Fahrbahn. Warum also das Rad nicht quer zur Fahrbahn stellen. Passt.

Die beiden feiern sich und rauchen eine. Dann das Unfassbare, der Parkplatz hinter den beiden wird frei, am Abend zu so später Stunde ist das in unserem Viertel wie ein Sechser, naja Fünfer im Lotto. Die beiden machen sich also bereit, denn die Lücke auf dieser Seite der Ausfahrt ist groß genug, ohne das Fahrrad mit dem Vorderrad gefährlich nah zur Straße hin zu stellen. Das Rad wird wieder in Ausgangsposition justiert, der Motor angeworfen, Rückwärtsgang rein und ab. Passt noch besser.

Gerade ausgestiegen fällt dem Einweiser ein Schild hinter dem Wagen auf, das auf einem dieser provisorischen Ständer aufgepflockt ist. Er geht also hin, während der andere aus dem Wagen steigt. "Halteverbot, die bauen hier morgen", höre ich hier oben. Der Film war zu Ende, es wurde auch langsam kalt draußen.

Bürohengsten

Heute vor zwei Monaten bin ich in Elternzeit gegangen und nun sitze ich wieder im Büro. Es ist warm, niemand ist da und der Kaffee schmeckt noch genauso scheiße wie vor zwei Monaten. Ich habe bis eben ca. 374 Mails zur Kenntnis genommen und in einen ganz speziellen Ordner verschoben. Insgesamt hat sich eine Mail für länger halten können, nämlich bis zum Schluss der Aktion, dann habe ich sie auch gelöscht, weil sie eigentlich auch nicht so wichtig war.
Mittlerweile habe ich meine Knechtschaft im virtuellen Kalender notiert und muss sie nur noch für alle sichtbar machen, indem ich einen neuen Ausdruck an die Tür hänge. Irgendwie sträubt sich da noch etwas in mir. Viele Kollegen sind im Urlaub und es scheint vorerst eine ziemlich stressfreie Zeit zu werden, wenn das Wetter die kommenden Tage auch mitspielt, werde ich mir allerdings ein Hobby suchen müssen, um mich von meiner schlechten Laune und den "vielen" wichtigen Aufgaben abzuhalten. Doodeln soll ja ganz interessant sein, vielleicht werde ich dazu ein Selbststudium aufnehmen.

12:30 Uhr: es reicht für heute, ich gehe jetzt.

Freitag, 29. Juli 2011

Bismarck und Lenin als Türwächter

Im Deutschen Historischen Museum in Berlin stehen links, wo eine wenig freundlich aussehende Dame die Garderobenwagen für Gruppen hinter einer ansonsten geschlossenen Tür hervorholt, ein Bismarck und ein Lenin, direkt nebeneinander, nur durch die Tür zwischen ihnen getrennt.Nun verbindet die beiden nicht wirklich viel, war der eine doch gerade geboren, als der andere schon die Geschicke Europas lenkte.
Wenn man sich die kleinen A-Texte durchliest, ist klar, weshalb die beiden hier das Garderobentor bewachen. Nicht in Form, Material, politischen Ansichten oder Ähnlichkeit in Haltung oder Gesicht kam es bei der Platzierung an, es ging schlicht um ihren Weg in das Museum. Während der Bismarck ein vergessener Entwurf eines Denkmals war und nur aus Gips bestand, der später zerhauen wurde, um der Verkleidung einer Decke zu dienen - was dann nicht klappte und ein paar Mutige sich der Trümmer annahmen und ihn wieder zusammensetzten - war der Lenin Kriegsbeute der Nazis, die ihn in einem Dorf nahe St. Petersburg - in Puschkin um genau zu sein - gestohlen hatten und einschmelzen lassen wollten. Dafür schafften sie ihn nach Eisleben, wo er dann doch nicht eingeschmolzen wurde und kurz bevor die Russen in Eisleben einmarschierten, wurde Lenin dort aufgestellt und verhalf der später entstandenen DDR zu einem weiteren Gründungsmythos.
Da stehen sie nun einträchtig nebeneinander, die sonst wohl nichts hätten teilen wollen, wenn sie sich gekannt hätten und bewachen die Taschen, Koffer, Jacken und Mäntel der Besucher einer überholten Institution - eines deutschen Nationalmuseums.

Mittwoch, 27. Juli 2011

Orte des Alltags in der DDR

Heute wird das letzte Teilstück einer einsemestrigen Arbeit abgeschlossen. Was als formloses Treffen begann und zwischenzeitlich zum Seminar auswuchs, was uns alle ganze Tage, häufig am Wochenende, beschäftigte, findet heute mit einer Exkursion seinen Abschluss. Es geht zuerst nach Eisenhüttenstadt, im Tagesverlauf dann nach Berlin. Wir werden mehrere Ausstellungen besuchen, allles dreht sich um das Alltagsleben in der DDR. Wir sollen unsere Eindrücke schildern, später sollen diese in einem Blog, auf Wunsch anonym, veröffentlicht werden. Sobald ich weiß wo, werde ich den Link hier posten. Was ich sicherlich vielen voraus habe, ist ein eigenes Blog, in dem ich natürlich auch darüber schreiben werde, dazu dann hoffentlich schon am Freitag mehr.

Samstag, 23. Juli 2011

Kopfhauthefe

In der Tat könnte jetzt der ein oder andere denken, das hatten wir doch schon mal? In der Tat, das ist nicht neu. Jedenfalls nicht ganz neu. Die üblichen Verdächtigen sind mit von der Partie, Laborchef Dr. Klenk, ein ominöser Monitor mit ganz fiesen Grafiken drauf, eine weiße Flasche mit rotem Deckel und ein hochdramatischer Sprecher, der aus dem Off auf uns einspricht.

Spätestens jetzt wird es dem ein oder anderen vielleicht bekannt vorkommen und wenn nicht, dann kann ja hier noch einmal nachgelesen werden. Als ich heute nach langer Abstinenz wieder einmal den Flimmerkasten einschaltete, um mir einen meiner Lieblingskomiker ( gewollte Komik übrigens ) anzusehen, musste ich in den Unterbrechungen, auch mit den anderen Komikern auskommen. Die Pause nutze ich immer, um meinem Kühlschrank einen Besuch abzustatten, leider ist unser Flur keine 50 Meter lang, so dass ich nach spätestens 3 Spots wieder da sitze, wo ich herkam. Mit einem frischen, kalten Bier in der Hand. Während ich also da sitze und an meinem Bier nuckele, höre ich doch plötzlich von Schuppen-Killer Shampoo. Ich kratze mich nervös am Kopf und muss sofort an nömix denken. Die Stimmung kippt endgültig, als ich höre, dass sich Hefe auf meinem Kopf breit macht. Dabei habe ich genau aufgepasst, dass mir vom Bier nichts daneben läuft, es sollte doch im Kopf breit machen. Die Werbung ist vorbei, ich denke mir, das war ein böser Traum, es kommt darauf eine Sagrotan-Werbung ( spätestens hier muss der Groschen fallen ), die von einem Schneidbrett als Toilettendeckel handelt. Alles scheint möglich.

Ich mache also nach kurzer Abstinenz meinen Rechner an und will es genau wissen. Drei Worte: Schuppen, Killer, Shampoo. Wohin führt der erste Link? Na sicher, zu Alpecin ( Achtung Werbung, aber der Bindestrich ist die Reise wert, wo ich schon wieder an nömix denken muss ). Man sieht sich immer zweimal, so wohl auch bei Dr. Klenk und mir. Darauf ein Bier, aber nicht auf die Haare.

Dienstag, 19. Juli 2011

Begleitzeit

Ich habe mir für die Zwischenzeit ( also zwischen den Semestern ) ein paar Arbeiten aufgehalst, die mich jetzt irgendwie lähmen und so langsam zu drücken anfangen. Die Euphorie über die erwachsenden Möglichkeiten ist längst verflogen, nächste Woche kommt noch eine Exkursion dran und irgendwie habe ich mir die Ferien - wie so oft - ganz anders vorgestellt. Scheiße.
Die Zwischenzeit ist genauso mit guten Vorsätzen gespickt wie die Zeit zwischen der Zwischenzeit, die Unlust ist ein zeitloser Begleiter, der wandert einfach mit, da kann ich nichts machen.

Suche

 

Status

Online seit 5549 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 12. Dez, 08:51

Lesen

Credits


xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this page (with comments)

twoday.net AGB

Blogverzeichnis Creative Commons Lizenzvertrag
Shhhhh.

Alles nur Theater
Auf Spatzen geschossen
Auslaufmodell Buch
Den Ball gespielt
Der alltägliche K(r)ampf
Die kleine Form
Gedankeninseln
Geldregierung Arbeitsplatz
Gelegenheitslyrik
HaCK
Herr Fischer
Klassenraum
Links
Mensagespräche
Miniaturen bemalen
Nichts Spezielles
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren