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Bei den Leisen Tönen. Manchmal braucht es einen Blog, um sich Luft zum Denken zu verschaffen. Keine Steckenpferde, Hobbies oder sonstiges Spezielles, nur Luft zum Denken.

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Mittwoch, 9. Mai 2012

Immer wieder freitags

Nach langer Abstinenz kehrt er wieder bei mir ein: der Freitagstexterpokal!


(Irgendwas ist da schief gelaufen, ich glaube meine Brille sitzt nicht richtig)

Jetzt nochmal:


(Verdammt, wo ist meine Brille)

aller guten Dinge sind drei:

Freitagsbanner
(Puh, na endlich)

Ich bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen bei dem bisherigen Preisinhaber, der den Pokal frisch gewienert und blank poliert an mich übergab.

Sonntag, 6. Mai 2012

Röttgen for Düsseldorf

Da will doch der Röttgen beim Jauch über Inhalte reden und kann nicht einmal die Frage nach seinem Verbleib nach einer Niederlage beantworten. Den bestimmt nämlich nach dem amtlichen Wahlergebnis der Wahlen in Nordrhein-Westfalen die CDU, also den Verbleib.

Liebe CDU-Wähler in Nordrhein-Westfalen,

ich wohne leider nicht in eurem schönen Land. Deshalb darf ich dort auch nicht wählen gehen. Weil ich mich leider auch nicht mehr viel für Inhalte interessiere, vor allem nicht, wenn sie mir in einer Talkshow der ARD präsentiert werden, bin ich umso neugieriger, ob Norbert Röttgen nach einer verlorenen Wahl in eurem Bundesland als Oppositionsführer zur Verfügung steht oder Bundesumweltminister bleibt.
Ich war heute Abend schon wieder zu faul, nach dem Tatort um- bzw. besser gleich auszuschalten. Vielleicht seid ihr auch einfach mal zu faul, am kommenden Sonntag zur Wahl zu gehen, ich würde es euch nicht verdenken. Bedanken würde ich mich, weil meine - ich gebe ja zu, total oberflächliche, ja profane - Neugier befriedigt wäre.

Mit freundlichen Grüßen
Shhhhh

Freitag, 4. Mai 2012

Supermann in Linden

Trotzdem es ein Umweg ist, bog ich natürlich wieder links ab, als ich aus dem Hoftor kam. Irgendwann stoße ich dann immer auf den Kötnerholzweg, ein geographisches Wunder und Teil der verqueren Anordnung des nördlichen Abschnitts von Linden, denn ich hätte auch rechts und an der nächsten Kreuzung wieder rechts abbiegen können und wäre auf diese Straße gestoßen. Wie verquer der Kötnerholzweg aber nicht nur in seiner Geographie ist, eröffnete er mir heute auf ganz besondere Weise:

Ich fuhr mit dem Fahrrad auf ihm entlang, überquerte die Limmerstraße in Richtung Lindener Berg und kurz danach beginnt auch schon der Anstieg. Ich fuhr auf der falschen Seite und plötzlich überholte mich ein Fußgänger. Ich war nicht unbedingt langsam unterwegs, was mir allerdings weniger Kopfzerbrechen bereitete als der Aufzug des Mannes. An mir rannte ein Mann vorbei, in einem Supermannkostüm. Supermann trabte auf der falschen Seite des Kötnerholzweges an meinem Fahrrad vorüber, blieb weiter vorn, ungefähr dort, wo bereits der Aufstieg zum Lindener Berg beginnt, stehen und holte aus seiner Hosentasche! einen kleinen schwarzen Gegenstand. Ich fuhr natürlich weiter und holte ihn ein. Ich besah mir das kleine Ding und was war es? Ein Smartphone.

Tja, auch Supermann muss mit der Zeit gehen, dachte ich und dachte dann auch noch, wie schön es doch wäre, seine Telefonnummer zu haben. Gefragt habe ich ihn natürlich nicht, vielleicht war die Verkleidung ja Bestandteil einer obskuren Wette, vielleicht war es auch nur eine verirrte Seele, von denen es in Linden ja nur so wimmelt – mir begegnet zum Beispiel des Öfteren ein Mann auf einem Fahrrad, der eine Taucherbrille trägt, ich bin jedesmal so perplex, dass ich mich nicht traue, ihn zu fragen weshalb er diese denn braucht. Naja, jedenfalls überlegte ich eine Weile noch, was die Telefonnummer von Supermann wohl bringen könnte, als ich nach anstrengendem Strampeln endlich mein Ziel erreichte, den Garten einer Freundin. Dort präsentierte sich mir außer dem Garten natürlich die Freundin, ihre kleine Tochter, mein Sohn und meine Frau, die allesamt sehr angestrengt mit sich und der Umwelt beschäftigt waren. Mit mir wurde sich ebenfalls sofort beschäftigt, indem mir gezeigt wurde, wo der Rasenmäher steht und wie er zu bedienen ist. Ein Tomatenzelt harrte auch noch seines Aufbaus und so wurde ich völlig in Beschlag genommen für die kommende Stunde. Beim Rasenmähen fiel es mir dann wie Schuppen von den Augen: jetzt hätte ich Supermann anrufen können.

Donnerstag, 3. Mai 2012

Literaturvermittlung und Salon: Eckhard Stasch, Jens Meyer-Kovac

Teil 3

Gotzeidank kommen tatsächlich noch echte Leute in die Vorlesung, Reinkarnationen jenes Stuckrad-Barres, der in seiner Show nicht nur den Mund zum Aufmachen findet, sondern vor allem für Widerworte nutzt. Die optische Größe dieser beiden sei einmal dahingestellt, doch auch das Format zu besitzen, sich nicht an den leitenden Dozenten, sondern an das „lethargisch anmutende“ Publikum zu wenden, hat etwas wachgerufen, was ich in der Vorlesung davor vermisst hatte, ohne es wirklich benennen zu können. Hier sprach niemand auf Augenhöhe. Hier sprachen verquere Geister in einer Art solipsistischen Dialog gegeneinander. Ständig musste seitens des Professors nachgefragt und konkretisiert werden, nie gab es eine einfache Antwort, ein glückliches Schulterzucken und ein: „Ja, so war das damals“. Hier wurde tatsächlich das erreicht, was ich mir von der Vorlesung erhofft hatte, auch wenn dem leitenden Dozenten sicher einiges nicht so geschmeckt hat.

Da gab es zum Beispiel das Bild des überkommenen „Salons“ in Berlin, bei dem ältere Frauen in windschiefen Einteilern an geschüttelt oder gerührten Drinks nippen, während einerseits der Vortrag seinen langweiligen Verlauf nimmt und andererseits der Putz von der Decke rieselt. Auch James Bond geht längst mit der Zeit und auch wenn die Protagonisten des „Literarischen Salons“ selbst längst in die Jahre gekommen sind, so wissen sie doch um ihren eigenen Wert. Sie sind jung und brauchen das Geld. Ob es nun Absicht oder Vorsicht ( der Größenunterschied war doch sehr offensichtlich ) war, will ich nicht beurteilen, aber der leitende Dozent lehnte meistenteils an einer Wand, von der ebenfalls der Putz rieselte – der weiße Putz auf dem Sauberlaufboden der schwül, überhitzen, vom Straßenlärm teils übertönten Veranstaltung im Raum 003 zeitigte ein Ergebnis, was ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht wagte, vorzustellen: Am Ende bleibt der Dreck nämlich einfach liegen.

Hier ist übrigens nicht von Genugtuung die Rede, sondern von einem Prozess, der sich verselbstständigt hat. Hier wird darüber philosophiert, ob es noch gesellschaftlich toleriert wird, wenn Carsten Maschmeyer 40.000 € locker macht und sich in den "Literarischen Salon" einkauft. Darüber haben wahrscheinlich – ganz ehrlich – nur wenige nachgedacht, mir aber kam der Gedanke und ich war froh auf eine so ehrliche ambivalente Antwort zu treffen, trotz der Schwierigkeiten, dies überhaupt vortragen zu können, denn die Fragen waren ja schon längst über diesen Punkt hinaus. Wie so oft waren die Gedanken des Professors über die wirklich unwegsamen Strecken, die Ypsilons ( wenn das überhaupt jemand versteht ), weit hinaus, stattdessen hagelte es Lobgesang, der zu elektrisierenden Schauern führte, die in den Füßen endeten – auf dem Teppich liegen blieben, zu dem man dann beschämt herabsah. Ich sah dort aber auch den rieselnden Putz.

Die kleinen Spitzen, das Ungesagte, machten den Vortrag erst richtig interessant. So etwas überhört man gerne bei seinem Lieblingsprofessor, bei den Gastdozenten nicht unbedingt. Wenn sie dann von ihren Dozenten sprachen, und welche Freiheiten sie genossen, und was die Dozenten ihnen alles zutrauten, Projekte in die große Welt entließen, unfertig, „unprofessionell“ – um im Wortlaut der Sprecher zu bleiben. Wo ist dieser Mut der hiesigen Dozenten, welcher Dozent ruft seine Studenten zur „Zweitverwertung“ auf? Wo sind die Dozenten, die sich zwanglos im Café um die Ecke mit ihren Studenten auf einen schlecht gemachten „latte macchiato“ treffen? Wo ist das Café der Germanisten nochmal? Was verbirgt sich hinter der „Kadettenanstalt“ und traut sich das überhaupt noch jemand zu fragen, bei der offensichtlichen Geringschätzung ( im Sinne der Masse, nicht im Sinne von Qualität ), die einem stets und ständig entgegengebracht wird? Wer sind diese Gesichter, denen nur die Fragen nach den Formalia locker im Ärmel sitzen? Wo ist das zum Zerreissen gespannte Publikum, das nicht nur durch Anwesenheit, sondern durch aktive Teilnahme glänzt?

Sie schauen betreten zu Boden, nicht in der Lage von der Nacktheit des Kaisers zu sprechen, weil sie keine Kinder mehr sind, sondern „gestandene Master-Literaturstudenten“, denen man nicht das kleinste Quäntchen Selbstinitiative zugesteht. Niemand „sieht“ den Dreck auf dem Fußboden. Niemand macht einen Vorschlag, wen sie im „Literarischen Salon“ hören wollen, aber alle unterschreiben den Sympathisantenwisch, als würden sie gerade den „Gefällt-mir-Button“ bei Facebook drücken. Ich will Andreas Glumm ( googelt doch einfach mal selber, ihr Smarties! ) im „Literarischen Salon“ sehen, dann komme ich vorbei und schaue mir den ganzen Zirkus an – Bukowski und Brautigan sind ja leider schon tot, was nicht heißt, dass ich mich nicht für neue Literatur interessiere, was schlicht heißt, dass ich weiß, dass meine Zeit hier begrenzt ist und ich nicht für jeden Scheiß Zeit habe.

So! Eckermann hat fertig.

Teil 5

Mittwoch, 2. Mai 2012

Brennendes Mikado im Flurfenster

Die Fensterscheiben des Hausflurs unseres Hauses gehen nach hinten raus und wenn ich, so wie jetzt, mit dem Sessel rechts der Balkontür sitze, geht mein Blick des Öfteren auf die Fensterscheibe zwischen der 3. und 4. Etage. Alle anderen Fenster gehören zu Wohnungen. Sie sind deshalb ihrer Etage entsprechend angeordnet und liegen etwas höher als das Flurfenster. Dieses hängt irgendwie zwischen den Stockwerken, als hätte das Flurfenster es einfach nicht mehr rechtzeitig geschafft, in der Höhe mit den anderen aufzuschließen. Es kann einem schon leid tun, wie es da so herumhängt.

In den anderen Fenstern tummeln sich die Grünpflanzen auf den Fensterbänken oder bunte Vorhänge zieren den Raum dahinter oder es strömt einfach nur warmes Licht daraus hervor. Das Flurfenster hat das alles nicht, es ist nur dunkel. Nicht einmal der Himmel will sich darin spiegeln. Er schickt nur einen schwachen Abgesang seiner Herrlichkeit und färbt das dunkle Fenster zu einem dunklen Fenster mit blauer Tönung um.

Doch dann kommt plötzlich Bewegung auf die Fensterscheibe. Ein leuchtend gelbes V – nicht wie ein Victoryzeichen zweier Finger, eher wie zwei dicht beieinander liegende brennende Mikadostäbchen, die sich an der Spitze berühren – kriecht die Scheibe entlang nach unten. Ich drehe mich um in Richtung Abendhimmel und suche dort nach dieser Erscheinung. Ich glaube kaum, dass im Flur zwei brennende Mikadostäbchen die Fensterscheibe herunterkriechen. Ich finde sofort den Flieger. Seine leuchtende Triebwerkskorona war sich nicht zu schade, dem Flurfenster ein wenig mehr Sinn zu verleihen, auch wenn ich dafür erst ihr echtes Abbild suchen wollte. Ich drehe mich zurück und schaue den brennenden Mikadostäbchen bei ihrem Untergang auf der Fensterbank zu.

Montag, 30. April 2012

Gendern ohne Kopf und Kern

Doppelt hält einfach besser. In der Buchführung weiß man das schon seit mehr als 600 Jahren. Die Grammatik ist nur unwesentlich älter. Als sie damals vor 1000 Jahren eingeführt wurde, gab es aber noch keine doppelte Buchführung und deshalb ist ein Teilbereich der Grammatik heute ständiger Stein des Anstoßes: das Geschlecht. Beim Geschlecht kann man so ziemlich alles falsch machen, was nur geht. Man könnte, so wie ich gerade zweimal hintereinander, das unbestimmte Pronomen der 3. Person nicht durch das weibliche Pendant ergänzen man/frau. Man könnte aber auch zum Beispiel Feuerwehrmann sagen, obwohl es ein weiblicher Feuerwehrmann ist, also eine Feuerwehrfrau demzufolge. Viel schlimmer ist es noch beim Zimmermann, dessen bessere Hälfte heißt nämlich nicht Zimmerfrau, sondern Zimmerin. Das habe ich neulich bei „Wer wird Millionär“ gelernt ( das Einkanalmedium Fernsehen hat mich mit seiner Gießkanne getroffen und herausgekommen ist dieser Tropfen Unfug ). Die Zimmerfrau vermietet nämlich Zimmer, nur wie heißt der Mann der Zimmer vermietet?

Das übliche Verfahren bei Berufs- und Titelbezeichnungen ist, dem Suffix –er ein weiteres Suffix anzuhängen, ein –in, womit wir wieder bei der doppelten Buchführung sind. Selbst bei Berufen und Titeln, die ohne Suffix auskommen, der Doktor zum Beispiel, hängt man einfach ein –in an und schon ist das weibliche Pendant fertig. Manchen Berufen reicht das Suffix allein jedoch nicht aus, nach mehreren Staatsexamen und einer fast zehnjährigen Ausbildung durch die unterschiedlichsten Instanzen wird dann auch noch fleißig geumlautet ( lies: ge-um-lau-tet, das Präfix ge- bekommt sein Fett an anderer Stelle weg ): Anwalt und Anwältin.

Plurale sind ganz besonders knifflig. Sehr clever ging es zu in einem nicht näher zu beschreibenden Institut, in dem ich einmal tätig war. Dort wurden Formen wie Student und Studentin einfach gegen Studierende ausgetauscht und der Genusmarker, der Artikel, einfach weggelassen bzw. dem Geschlecht entsprechend ergänzt ( siehe auch hier ). Das geht natürlich nicht immer, denn aus Absolvent und Absolventin Absolvierende zu machen hinterlässt ehemalige Studierende dann doch zu sehr in der Schwebe. Häufig finden sich dann so interessante Regelungen wie StudentInnen, Absolvent:innen. Plurale können aber auch ganz anders auftreten. Auch sie können sich doppelt herumtreiben, wie zum Beispiel in der wunderbaren Komposition des Pferdeapfels. Die Pferdeäpfel beinhalten ( lies: be-in-hal-ten, ansonsten siehe Präfixe) nämlich gleich zwei Pluralformen, zum einen die Pferde und dann deren Äpfel. Hier muss natürlich nicht gegendert werden. Obwohl dies interessante Ergebnisse zeitigt: denn anders als im herkömmlichen Kompositasinne „regiert“ nicht das letzte Wort die vorangegangenen, sondern das erste Wort das letzte ( siehe auch Kopf-und-Kern sowie Rechtsköpfigkeit ). Herauskäme dann statt des wertneutralen Pferdeapfels ein Hengst- bzw. Stutenapfel. Doppelt blöd wird es erst, wenn gegendert werden muss, und das gleich zweimal. Dann werden aus den
Ausländersprechern die
AusländerInnensprecherInnen.

Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn ein dritter zu gendernder Teil auftreten würde. So etwas kann schon mal darüber entscheiden, ob das Plakat im Quer- oder Hochformat gedruckt werden muss.

Freitag, 27. April 2012

Geschäftswetterindex

Der Strand hat wieder aufgemacht und das seit Tagen schwelende schöne Wetter hat trotzdem auf sich warten lassen. Ich vermutete ja schon einen Zusammenhang mit meinem bisher fehlenden Gesundheitszeugnis, das habe ich jetzt nachgeholt, das Wetter war trotzdem so lala aber wir hatten auf. Angekündigt wurde ja ein Blitzsommer ( Achtung der Link führt zur BLÖD ) aber der war wohl nur für Süddeutschland gedacht - ein marginaler Ankündigungsfehler. Ich hätte es natürlich besser wissen müssen, wo ich bei Wettervorhersagen ja sowieso eher vorsichtig bin. Der Hurraoptimismus einiger Redaktionen zielt ja eher auf die positive Schlagzeile, denn auf den tatsächlichen Wahrheitsgehalt für alle. Schließlich wissen wir schon seit langem, dass schlechte Nachrichten die wirklich guten Nachrichten sind und man den Zeitungen ja nicht vorwerfen möge, deshalb nur schlechte Nachrichten zu drucken, da ist ein euphorischer Wetterbericht doch auch mal was.

Verquer wie das eben ist auch die Feststellung der Wetterexperten, dass Klima das ist, was wir erwarten und Wetter das, was wir kriegen. Verquer deshalb, weil diese optimistische "Vorhersage" meist auf statistischen Daten beruht, die sich aus den letzten 30 Jahren Wetterbeobachtung erschließen und alljährlich im Winter die Leute an vermeintlich noch einigermaßen warme Plätze lockt. Da wird kurzerhand ein Zypernurlaub im Dezember gebucht und 25° C erwartet. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Ifo Geschäftsklimaindex, der, wie könnte es anders sein, natürlich nicht Ifo Geschäftswetterindex heißt, weil ja keiner möchte, dass er mit einem Regenschirm zur Börse rennt, obwohl die Prognose doch freundlich war. Da wird der viel dehnbarere Begriff des Klimas herangezogen, um uns vorzugaukeln, alles wäre super.

Ich für meinen Teil, lasse die Kapuzenjacke weiterhin in meinem Gepäck, denn ich vertraue weder den Klima- und erst recht nicht den Wetterexperten, auch wenn es heute am Strand trocken blieb.

Mittwoch, 25. April 2012

Wissenschaftliche Bibliothek/Forschungskoordination: Dr. Volker Bauer

Teil 2

Dr. Volker Bauer, stellvertretende Leitung der Abteilung Stipendien, wissenschaftliche Veranstaltungen und Nachwuchsarbeit der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, war heute Gastdozent in der Vorlesungsreihe „Angewandte Literaturwissenschaft“. Selbstverständlich persönlich bekannt mit dem hauptamtlich Lehrenden und auch voller Elan - davon gehe ich aus - machte dieser einen freundlichen und energischen Eindruck, und in diesen Details möchte ich mich diesmal verlieren:

Die wirklich ungeheuer große Stirn von Dr. Volker Bauer macht die ganze mittlere Partie vom Auge bis zum Mund – kleinlich, obwohl an sich weder Auge noch Nase, noch Mund kleinlich ist. Diese ungeheure Stirn verrät einen furchtbaren Reichtum, einen unbezwinglichen Eigensinn; in der Stirn ist Witz und Unbeugsamkeit sichtbar. Die Augen unter diesen idealisierenden Augenbrauen und in dieser Tiefe, mit diesem hellen, ruhigdurchdringenden Blick – sind die des unermüdeten, ausschöpfenden, aufgrabenden, idealisierenden Beobachters. Kraft haben sie zum Überschauen, Durchschauen, Detaillieren – mehr als schnell und ganz zu umfassen.

Diese Nase! Wie frei! Wie fest! ohne starr zu sein. Die Nase, mir entscheidend für die innere, unerlernte, eigene Größe empfindsamer, feiner Schöpfungskraft, sie überwindet, entscheidet alles. Wer sie nicht fühlt, hier nicht gestehen muss: Nase ist einer der beredsamsten Teile des Gesichts! Der Mund hingegen ist ein Gemeinplatz von Unbestimmtheit, trotz allem nicht ohne Gefälligkeit und Güte. In der Mittellinie des Mundes besonders liegt der Ausdruck von Kraft, ein Spiegelbild der Augen. Dieser zartgeschlossene Mund, das breite und dennoch nicht flache, nicht fleischige Kinn, das Vielfältige im ganzen Gesicht stimmt trefflich mit dem übrigen überein und ist Ausdruck von Nachdenken und sanfter Tätigkeit.

So, stellte sich ein gewisser Lavater die Größen seiner und aller Zeit vor, neu verwoben und trotzdem schlichtweg geklaut von mir. Das Bild, die Grundlage meiner „Beobachtung“ findet sich hier. Und wenn jemand fragt, wieso das Ganze? Ich war gar nicht da, musste Dinge erledigen, die keinen Aufschub duldeten, leider.

Teil 4

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Zuletzt aktualisiert: 12. Dez, 08:51

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